Boxen International
Shadalov krönt sich zum Intercontinental-Champion, Wall verteidigt IBF-EM-Titel
6. November 2026 · Turgay Gül

Shadalov krönt sich zum Intercontinental-Champion, Wall verteidigt IBF-EM-Titel
Ex-Weltmeister Vincenzo Gualtieri meldet sich mit Sieg zurück
Palma de Mallorca, 6. November 2026 – Die „Mallorca Fight Night II“ am Donnerstagabend im Trui Teatre wurde zu einem vollen sportlichen Erfolg für den Berliner Boxstall AGON Sports von Promoter Ingo Volckmann. Paul Wall verteidigte seinen IBF-European-Titel im Superweltergewicht eindrucksvoll vorzeitig, während sich Hamsat Shadalov nach zwölf anspruchsvollen Runden den vakanten IBF-Intercontinental-Titel im Superfedergewicht sicherte. Auch das kubanische Schwergewicht Carlos „Hulk“ Castillo überzeugte mit einem spektakulären Knockout.
Im zweiten Titelkampf des Abends stellte Paul Wall (13-0, 9 K.o.) einmal mehr seine Klasse unter Beweis. Der ungeschlagene Berliner dominierte seinen finnischen Herausforderer Tomi Silvennoinen über weite Strecken und verteidigte seinen IBF-European-Titel durch technischen Knockout. Dabei ging Wall taktisch geschickt vor: Zunächst bearbeitete er seinen Gegner vornehmlich mit Treffern zum Kopf, ehe er dessen Deckung zunehmend öffnete und seine Angriffe gezielt zum Körper verlagerte. In der sechsten Runde schickte er Silvennoinen mit einem krachenden Leberhaken erstmals zu Boden. Zwei weitere Niederschläge nach schweren Körpertreffern folgten im siebten Durchgang. Der Finne trat anschließend zur achten Runde nicht mehr an, womit Walls erste Titelverteidigung perfekt war. Nach seiner überzeugenden Vorstellung darf sich der Berliner berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Aufstieg in der IBF-Weltrangliste machen.
Deutlich mehr Gegenwehr erlebte sein langjähriger Freund und Trainingspartner Hamsat Shadalov (14-0, 3 K.o.). Der Superfedergewichtler traf im Hauptkampf des Abends um den vakanten IBF-Intercontinental-Titel auf den Portugiesen Pedro Manuel Gomes und musste erstmals in seiner Profikarriere über die volle Distanz von zwölf Runden gehen. Shadalov, der sich erstmals auf einen ebenfalls in Rechtsauslage boxenden Gegner vorbereitet hatte, überzeugte zunächst mit seiner gewohnt starken Defensive, schnellen Beinen und präzisen Aktionen. Gomes fand nur selten klare Treffer, erhöhte im weiteren Kampfverlauf jedoch kontinuierlich den Druck und forderte dem Berliner einiges ab. Shadalov behielt trotz der zunehmenden Intensität die Übersicht und setzte sich nach zwölf hart umkämpften Runden einstimmig mit 116-112, 118-110 und 117-111 durch. Mit dem Gewinn des IBF-Intercontinental-Titels gelang dem ungeschlagenen AGON-Talent ein wichtiger Schritt in Richtung Weltspitze.
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte das kubanische Schwergewicht Carlos „Hulk“ Castillo Rodriguez, das seinen uruguayischen Kontrahenten Mauricio Nicolas Barragan in der fünften Runde spektakulär ausknockte. Der Rechtsausleger präsentierte sich dabei diszipliniert und taktisch abgeklärt. Castillo kontrollierte das Geschehen von Beginn an, ließ kaum klare Treffer seines Gegners zu und ging trotz seiner Überlegenheit zunächst keine unnötigen Risiken ein. Runde für Runde bestimmte er das Tempo, ehe er im fünften Durchgang den entscheidenden Knockout erzielte. Castillo unterstrich damit seine Ambitionen, sich nach dem Gewinn des WBA-Fedelatin-Titels für weitere höhere Aufgaben zu empfehlen.
Ein erfolgreiches Comeback feierte auch der ehemalige IBF-Mittelgewichtsweltmeister Vincenzo Gualtieri. Der Wuppertaler ließ gegen Aliaksandr Dzemka keine Zweifel aufkommen und beendete seinen Kampf bereits in der ersten Runde. Ein präziser Leberhaken schickte Dzemka zu Boden. Zwar kam dieser während des Anzählens wieder auf die Beine, wurde anschließend jedoch aus dem Kampf genommen. Für Gualtieri war es ein gelungener Schritt zurück in den Ring.
Auch die weiteren Boxer sorgten für überzeugende Auftritte. Zaurbek Satymbaev setzte sich gegen Elvis Bonnin bereits in der ersten Runde durch technischen Knockout durch. Nach harten Kopftreffern ging Bonnin zu Boden, konnte sich zwar wieder erheben, wurde vom Ringrichter jedoch aus dem Kampf genommen. Ebenfalls kurzen Prozess machte AGONs Mittelgewichtler Malek Semmo, der Andrejs Volincuks schon im ersten Durchgang vorzeitig bezwang.
Besonders erfreulich verlief der Abend auch für die auf Mallorca beheimateten Geschwister Elvis und Stephanie Sangou. Elvis Sangou ließ seinem Gegner Manuel de Jesus Julio Perez keine Chance und feierte einen Knockout-Sieg in der zweiten Runde. Seine Schwester Stephanie musste gegen Sherie Barnes deutlich länger arbeiten, setzte sich schließlich aber ebenfalls vorzeitig durch. In der sechsten Runde stellte sie ihre Gegnerin an den Ringseilen und deckte sie mit Treffern ein. Als Barnes keine Gegenwehr mehr zeigte, griff der Ringrichter ein und beendete die Begegnung.


